Anne Fraune Sängerin & Traurednerin · Berlin

Hochzeitsblog

Fragebogen vor dem Traugespräch: ja oder nein?

Zwei Stühle für das Brautpaar, geschmückt mit kleinen Blumensträußen in Glasflaschen, in einem Saal mit Teppich und alten Gemälden
Foto: Hochzeitslicht

Fragt jemanden aus dem Stand, wie er sich damals verliebt hat, und die Antwort beginnt meistens mit „Hm, also ...“. Im Kopf ist alles da, nur eben nicht auf Knopfdruck.

Genau deshalb arbeiten manche Rednerinnen und Redner mit einem Fragebogen vor dem Traugespräch, und andere lassen das Gespräch ganz frei laufen. Beides kann gut sein. Ich arbeite mit einem Fragebogen und erzähle euch, warum und worauf ihr bei der Wahl achten könnt.

Wie das bei mir abläuft

Den Fragebogen bekommt ihr direkt nach der Buchung und habt dann mehrere Monate Zeit, euch immer wieder mal damit zu beschäftigen und ihn ganz in Ruhe auszufüllen.

Besonders wichtig, aber auch manchmal herausfordernd ist hierbei der persönliche Teil. Diesen füllt ihr getrennt voneinander aus, mit Fragen, die etwas tiefer gehen.

Das Ausfüllen dauert verschieden lang, je nachdem, wie viel ihr erzählen wollt und wie lange ihr schon ein Paar seid. Wobei ich auch schon ein Paar hatte, das nach 35 Jahren eher wenig erzählt hat, und ein anderes, das nach einem Jahr Beziehung sehr viel zu berichten hatte.

Habt ihr alles zusammen, vereinbaren wir den Termin für das Traugespräch, und ihr schickt mir den Fragebogen ein paar Tage davor zu.

Der Fragebogen ersetzt das Gespräch natürlich nicht. Wenn wir uns treffen, erzählt ihr mir alles von Anfang an. Die Notizen helfen euch und mir dabei, nichts zu vergessen.

Was mir der Fragebogen bringt

Ich bin schon im Thema

Wenn ich eure Antworten gelesen habe, kenne ich die Eckpunkte eurer Geschichte, bevor wir uns sehen. Im Gespräch habe ich dann die großen Themen schon etwas verstanden und kann mehr auf die Details eingehen. Außerdem markiere ich mir schon im Voraus Unklarheiten und eventuell fehlende Daten, die ich euch dann fragen kann, statt dass ich sie nach dem Gespräch zu Hause erst bemerke.

Ihr denkt in Ruhe nach, und zwar zu zweit

Das ist für mich der wichtigste Punkt. Ihr sitzt auf dem Sofa oder am Küchentisch, niemand wartet auf eine Antwort, und ihr könnt euch überlegen, was euch für eure Trauung wirklich wichtig ist und welche Teile eurer Geschichte darin vorkommen sollen. Manches fällt einem erst ein, wenn man ein paar Tage Zeit hat, und anderes, was man in der Aufregung vielleicht erzählt hätte, lässt man lieber bewusst weg. Ihr habt einfach die Zeit, euch mit euch und eurer Geschichte zu beschäftigen, was man im Alltag eher selten macht.

Im Fragebogen frage ich auch, ob ihr Traurituale oder ein Freies Eheversprechen möchtet. Ihr könnt mehrere Traurituale wählen, ein Freies Eheversprechen oder beides, und es geht auch ohne. Meistens habt ihr das vor dem Traugespräch geklärt, und wir sprechen dann vor allem darüber, wie wir es umsetzen.

Der persönliche Teil entsteht getrennt

Einen Teil der Fragen beantwortet jeder ganz für sich. Genau deshalb bleibt die Rede eine Überraschung: Es wäre schade, wenn ihr schon vorher hören oder lesen würdet, was der andere geschrieben hat.

Es gibt auch andere Wege

Andere Rednerinnen und Redner arbeiten ohne Fragebogen. Sie lassen das Gespräch von der ersten Minute an frei laufen und folgen dem, was ihr erzählt.

Sie möchten lieber spontane Antworten, was natürlich auch seinen Reiz hat. Man bekommt ungefiltert einen Eindruck von der Beziehung und greift die Gefühle des Moments auf.

Allerdings gibt es das bei meiner Variante ja auch: So oder so werdet ihr ins Erzählen kommen, und ich höre gespannt zu.

Woran ihr erkennt, was zu euch passt

Fragt euch ehrlich:

  • Erzählt ihr lieber aus dem Stand oder überlegt ihr gern vorher? Wer vorher nachdenkt, fühlt sich mit einem Fragebogen meistens wohler.
  • Habt ihr Lust, euch vorab Gedanken zu machen? Ein Fragebogen ist eine kleine Hausaufgabe, die euch aber auch zusammenbringt.
  • Fällt es euch leichter, persönliche Dinge zu schreiben oder sie laut auszusprechen? Manche Menschen schreiben, was sie nicht sofort sagen könnten.
  • Wie viel Zeit habt ihr vor dem Gespräch? Ein Fragebogen lässt sich leichter ausfüllen, wenn ihr vor dem Gespräch etwas Luft habt.

Es gibt hier kein Richtig oder Falsch, entscheidend ist, dass ihr euch wohlfühlt.

Fragen, die ihr eurer Rednerin stellen könnt

  • Gibt es einen Fragebogen, oder beginnen wir im Gespräch bei null?
  • Wie lang ist er, und wie viel Zeit brauchen wir dafür?
  • Müssen wir ihn zu zweit ausfüllen, oder jeder für sich?
  • Wird das Traugespräch trotzdem von Anfang an erzählt, oder baut es auf dem Fragebogen auf?
  • Wann sollte der Fragebogen bei euch sein?

Häufige Fragen

Fängt das Traugespräch dann bei null an?

Ihr erzählt trotzdem von Anfang an. Der Fragebogen ist eine Hilfe, keine Abkürzung.

Wann findet das Traugespräch statt?

Im Jahr eurer Hochzeit, immer ab Januar, meist zwischen Januar und Mai. Das hängt davon ab, wie schnell wir einen Termin finden und wann ihr den Fragebogen ausgefüllt habt.

Dürfen wir die Rede vorher lesen?

Nein, sie bleibt eine Überraschung. Ihr hört sie zum ersten Mal bei eurer Trauung.

Müssen wir vorab schon Rituale oder ein Eheversprechen festlegen?

Nein, nichts davon ist Pflicht. Ihr könnt mehrere Traurituale wählen, ein Freies Eheversprechen oder beides, und es geht auch ohne. Im Fragebogen gebt ihr an, was ihr möchtet. Meistens habt ihr das vor dem Traugespräch geklärt, und wir sprechen dann vor allem darüber, wie wir es umsetzen.

Das Wichtigste in drei Punkten

  1. Manche Rednerinnen arbeiten mit Fragebogen, andere ohne. Beides kann gut sein.
  2. Der Fragebogen gibt euch Zeit, in Ruhe und zu zweit zu überlegen, was euch wichtig ist. Der Teil mit den persönlicheren Fragen wird getrennt ausgefüllt, und deshalb bleibt die Rede eine Überraschung.
  3. Entscheidend ist, dass ihr euch wohlfühlt. Fragt eure Rednerin, wie sie arbeitet, und wählt, was zu euch passt.

Wenn ihr neugierig seid, wie sich das bei mir anfühlt, lernen wir uns einfach kennen.

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